Mittwoch, 11. April 2012

Die Tribute von Panem und Battle Royale - Ein Vergleich

Die Tribute von Panem von Suzanne Collins
In letzter Zeit wird immer häufiger darüber diskutiert, ob Suzanne Collins bei Ihrem Bestseller "Die Tribute von Panem" von Koushuns Takamis "Battle Royale" abgeschrieben hat oder nicht. In diesem Artikel soll es nun darum gehen, ob dieses Gerücht stimmen kann oder nicht, außerdem sollen die verschiedenen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Romane erörtert werden.

Die Tribute von Panem 1 - Tödliche Spiele

Im Reich Panem, das dort liegt, wo einst Nordamerika war, regiert das Kapitol mit eiserner Hand. Die meisten Menschen in den unterdrückten zwölf Distrikten kämpfen jeden Tag um ihr Überleben. Der Hungertod ist aber nicht die größte Bedrohung für die Menschen. Jedes Jahr werden ein Mädchen und ein Junge aus jedem Distrikt  im Alter von zwölf bis 18 Jahren für die so genannten "Hungerspiele" ausgewählt. Als das Los auf die 12-jährige Prim fällt, meldet sich ihre große Schwester Katniss freiwillig, um sie davor zu bewahren, mitspielen zu müssen, wohlwissend, dass sie damit ihr eigenes Todesurteil unterschreibt. Denn von den 24 Tributen kann nur einer überleben...

Battle Royale von Koushun Takami
 Battle Royale von Koushun Takami
Japan und China haben das Großreich Ostasien gegründet, einen totalitären Staat, der die Menschen unterdrückt. Eines der Unterdrückungsinstrumente ist die so genannte "Battle Royale". Dabei handelt es sich um ein grausames Spiel, bei dem jedes Jahr Schulklassen auf eine einsame Insel verschleppt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich dort so lange bekämpfen, bis nur noch eine oder einer von ihnen am Leben ist....

Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Battle Royale und Die Tribute von Panem

Die auffälligste Gemeinsamkeit der beiden Bücher ist natürlich, dass sowohl bei "Battle Royale" als auch bei "Die Tribute von Panem" von einem totalitären Regime moderne Gladiatorenspiele dazu benutzt werden, um die Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. Die Spiele selbst unterscheiden sich im Detail aber gewaltig. Während die "Hungerspiele" in Panem medienwirksam aufgezogen und die Versprechen den Tributen gegenüber (Leben in Luxus wenn man gewinnt, etc...)eingehalten werden, ist das in "Battle Royale" nicht so (einer der Charaktere ist ein ehemaliger Gewinner, der die Protagonisten darüber informiert, dass es der Regierung schlicht scheißegal ist, wer gewinnt). Außerdem werden in "Battle Royale" jährlich mehrere Schulklassen ausgewählt, die gleichzeitig auf verschiedenen Inseln spielen, was das Szenario noch unrealistischer macht. Warum? Ganz einfach, weil man in "Die Tribute von Panem" das Gefühl hat, dass hier die verschiedenen Distrikte relativ geschickt voneinander isoliert und zum Teil gegeneinander ausgespielt werden. Außerdem können die Leute sich hier durch die ständige Medienpräsenz und Liveübertragung der Spiele an den modernen Gladiatorenspielen ergötzen. In "Battle Royale" wurden, wenn man von der angegebenen SchülerInnenzahl von 40 Kindern pro Klasse ausgeht, bereits fast 2000 (!) Kinder gekillt. Und das ist das absolute Minimum, eine Zahl, die - wenn man den Angaben im Buch folgt - schon beinahe jährlich (!) erreicht wird. Das Problem hierbei ist, dass man sich - anders als in Panem - im Reich Ostasien wohl kaum einreden kann, dass es die eigenen Kinder schon nicht erwischen wird. Umso unverständlicher ist, dass es offensichtlich keinen nennenswerten bewaffneten Widerstand gibt. Ich habe mich beim Lesen die ganze Zeit gefragt, wie lange es in der Realtiät wohl dauern würde, bis die herschende Klasse hier einen waschechten Bürgerkrieg am Hals hätte, der wohl auf so ziemlich jede Form von internationaler Unterstützung bauen könnte.

Die Charaktere von Battle Royale und Die Tribute von Panem

Beide Bücher leben (oder wollen das zumindest) von ihren starken Charakteren. Nur: In "Die Tribute von Panem" wirken diese wesentlich lebendiger als in "Battle Royale". Das liegt daran, dass Koushun Takami einen fatalen Fehler macht. Er zeichnet die Antagonisten als das absolut Böse und zwar nicht nur die Schergen des Systems, sondern auch die Mitschüler, welche von den "Helden" getötet werden müssen. Ganz ehrlich, wie ernst soll ich ein Buch nehmen, in dem japanische Teenager (mit Ausnahme unserer Protagonisten) allesamt als gewalttätige Drogenhändler und Zuhälter geschildert werden und man bei manchen eher das Gefühl hat, einen Gegenspieler von James Bond vor sich zu haben und keinen Schüler. Umso lächerlicher wirkt diese Angelegenheit, wenn man dann noch ganz auf "kontroverser und aufrüttelnder Thriller" machen möchte. Das funktioniert dann nämlich nicht mehr wirklich, wenn man alle drei Seiten entweder mit den Augen rollen oder laut loslachen will. Ein gutes Beispiel hierfür ist "Fuchsgesicht", eine Schülerin, die in "Battle Royale" als Anführerin einer Mädchengang, die ihre Mitschülerinnen als Nutten an ältere Kunden vermietet, beschrieben wird (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen). Diese ist noch dazu ein Missbrauchsopfer und das alles wird so übertrieben geschildert.....dass es einem beim Lesen schlicht scheißegal ist. Des Weiteren wirken diese Schilderungen immer so, als würde Takami versuchen, seinen Protagonisten eine moralische Rechtfertigung für ihre Morde geben zu wollen.
Suzanne Collins hat in "Die Tribute von Panem" ebenfalls ein Mädchen mit diesem Namen eingebaut, allerdings ist diese charakterlich völlig anders. Bei ihr handelt es sich um eine junge Frau, die ganz einfach versucht, offenen Konfrontationen aus dem Weg zu gehen und die vor allem durch ihre Cleverness überleben will. Dass ihr am Ende gerade das zum Verhängnis wird und sie sich genau genommen selber damit austrickst, ist wohl eine Ironie des Schicksals. Jedenfalls hat Koushun Takami das Problem, dass er mit völlig überzeichneten Charakteren in einem ohnehin schon unrealistischen Setting eine in seinen Augen realistische Geschichte erzählen. Dass das nicht funktionieren kann, hätte ihm eigentlich klar sein müssen. (Übrigens werden die ganzen Übertreibungen in der Verfilmung von "Battle Royale" sogar noch heruntergefahren und schon der Film neigt dazu, ständig mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs sein zu wollen.)
Ganz anders ist das bei "Die Tribute von Panem". Klar gibt es hier mit Cato und seiner Clique eine Gruppe von Leuten, die darauf aus ist, die Spiele zu gewinnen und alle anderen eliminieren will, allerdings hat man selbst bei denen das Gefühl, dass es sich hier immer noch um "normal böse" Menschen handelt. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, bei denen man das Gefühl hat, dass sie genauso gut Freunde sein könnten, wenn sie nicht in diesem perversen Spiel auf verschiedenen Seiten stehen würden, ganz zu schweigen.
Ich habe vor einiger Zeit auf einen anderen Vergleich verlinkt, dessen Autor zu dem Schluss kommt, dass auch einige der anderen Charaktere und der Schluss beider Bücher einander sehr ähnlich sind. Unter anderem wird hier auf Rue und die Giftmischerin aus Battle Royale eingegangen. Diese beiden zu vergleichen ist doch ein wenig abenteuerlich, da die Giftmischerin aus Battle Royale ihr Gift per Zufal als Waffe erhalten hat und sie den Helden der Geschichte aufgrund einer falschen Annahme damit umbringen will (aber versehentlich ihre Freundinnen damit umbringt), während Rue ihre Kräuterkenntnisse dazu einsetzt, Katniss' Verletzungen mithilfe der sie umgebenden Pflanzen zu behandeln. Wo bitte sind hier die Parallelen? Es braucht nun wirklich keine große Vorbildung in diesem Bereich, um ein Fläschchen, auf dem eigentlich nur noch ein großer schwarzer Totenkopf fehlt, als Giftbehälter identifizieren zu können und dann jemandem das Zeug ins Essen zu schütten. Und wenn ich hier tatsächlich eine Gemeinsamkeit konstatieren will, dann kann ich auch gleich sagen, dass alle ApothekerInnen der Welt Gemeinsamkeiten mit unserer Giftmischerin haben und sie so als potentielle MörderInnen bezeichnen.
Dass das - wie auf inaimathi.de behauptet - Ende dem von "Battle Royale" ähnlich ist, möchte ich ebenfalls in Abrede stellen. In "Battle Royale" ergreift unser Pärchen mit der Hilfe eines anderen Teilnehmers die Flucht. Natürlich muss ihr Helfer erst noch supermelodramatisch den Heldentod sterben (*augenroll* Der Typ hält eine Volksrede als letzte Worte, die so theatralisch ist, dass ich ihm beim Lesen mittendrin nicht nur gedanklich "Jetzt kratz' schon ab!" zugerufen habe) und unsere Helden sind nun auf der Flucht vor dem Regime. In "Die Tribute von Panem" wird mitten im Spiel eine Regeländerung verkündet, dass es - wenn beide aus demselben Distrikt kommen - diesmal auch zwei SpielerInnen überleben können. Da Katniss und Peeta dem Publikum die ganze Zeit ein Liebespaar "vorgespielt" haben (dass er in sie wirklich verknallt ist, weiß sie erst nicht), wird nun von ihnen selbstverständlich erwartet, dass sie zusammenbleiben (und natürlich haben sie so auch weitaus größere Chancen zu überleben). Natürlich schaffen die beiden es und werden zu den Siegern der Spiele erklärt. Das ist ein gewaltiger Unterschied zu Battle Royale.

Fazit zu Battle Royale und Die Tribute von Panem

Eigentlich wollte ich zum Schluss sowas wie "Hier ist die Kopie besser als das Original" schreiben, aber mir ist beim Lesen immer mehr klar geworden, dass es sich hier um keine Kopie handelt. Suzanne Collins hat sich maximal bei der Grundidee und bei einem der Charaktere von "Battle Royale" inspirieren lassen und außerdem das weitaus bessere Buch geschrieben.

Zu Teil 2 von Die Tribute von Panem geht es hier: Die Tribute von Panem - Gefährliche Liebe

Kommentare:

  1. "wie ernst soll ich ein Buch nehmen, in dem japanische Teenager [...] allesamt als gewalttätige Drogenhändler und Zuhälter geschildert werden"
    Naja, vielleicht sind japanische Teenager wirklich so?

    Jedenfalls: "Battle Royale" hin, "Tribute von Panem" her, das ist sowieso alles von "Running Man" abgeguckt.

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    1. Naja, selbst das mit Running Man hält sich in Grenzen. Wenn dann haben mich die Figuren bei Collins eher an "Todesmarsch" erinnert.

      Was die japanischen Teenager angeht: Nun, das würde zumindest einige der dortigen Mangas und andere Dinge erklären. :P

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  2. Uwe

    Wenn das so ist mit den Charakteren der Schüler, dann setzt das der Film Battle Royal besser um. Da wird gezeigt, wie die Schüler sich, nun sagen wir mal "entwickeln". Außerdem ist es im Film immer die schlechteste neunte Klasse eines Jahrganges. Wobei das mit dem "Wiederholer" stimmt.
    Ich hab die Bücher nicht gelesen. PANEM (Trailer) erinnerte mich aber sofort an Battle Royal.
    Bin unschlüssigm ob ich ins Kino gehe. Die Idee ist eigentlich insgesamt schwachsinnig.

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    1. Ich habe hier ja explizit die Bücher miteinander verglichen. Im Film wirken die Charaktere von Battle Royale tatsächlich ein wenig "echter", da die ganzen schwachsinnigen Hintergründe von ihnen radikal gestrichen oder geändert wurden (ein gutes Beispiel ist auch der schweigsame Typ, der im Film ein Freiwilliger und im Buch jemand ist, der schlicht via Kopf oder Zahle entscheidet, was er machen soll). Bei den Büchern ist Panem einfach überlegen.

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  3. Man kann das ja mittlerweile sogar als ein richtiges Genre bezeichnen: es sind "Endzeitromane", in denen archaische Zustände gewalttätig ausgelegt werden, siehe zum Beispiel Mad Max, aber auch Planet der Affen.

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    1. Eigentlic ja. Und Mad Max ist immer noch der ungeschlagene König dieses Genres. ;)

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  4. bei battle royale sind die schüler nicht immer nur auf einer insel! -.- vorher bitte mal richtig lesen bzw recherchieren!!!!

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    1. p.s. du verstehst battle royale kein bisschen was du machst sind keine vergleiche sondern einfach dein gesamtes unwissen preisgeben ;)

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    2. Na dann lass mich doch teilhaben am Fundus deines reichhaltigen Wissens, Nana. Nur zur Info: Ich habe von Battle Royale den Film und die Fortsetzungen gesehen und das Buch zweimal gelesen. Aber bitte, ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

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  5. Wie innerlich verkommen ist eine Gesellschaft, wenn sie ihren Nervenkitzel aus dem Abschlachten von Kindern zieht.

    Und damit meine ich nicht die fiktive Gesellschaft von Panem

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    1. Möchtest du deinen Standpunkt nicht ein wenig näher ausformulieren? Dann könnte man besser darüber diskutieren.

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    2. Leider hast Du völlig recht.
      Ob nun Battle Royal, Herr der Fliegen, 1984 oder die Hungerspiele,
      all das dient ausschließlich der Unterhaltung.
      Natürlich möchte "man" unterhalten werden, immerhin zahlt man ja auch Steuern und hat so seine Rechte!

      Nun, immerhin findet ein Run auf die Vereine ( aus welchen Gründen auch immer) statt die das Bogenschießen anbieten.

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    3. @O-Mantis: Battle Royale und Panem in einen Topf mit Herr der Fliegen und 1984 zu werfen, halte ich für problematisch. Bei den beiden letzteren handelt es sich nämlich mitnichten um reine Unterhaltung. Das sind Bücher, die den Menschen, die sie lesen, durchaus etwas zu sagen haben, während erstere tatsächlich eher Trivialliteratur sind.

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  6. Eine schöne Gegenüberstellung - und 'Battle Royale' war mir bisher unbekannt. Danke für den Hinweis auf diesen Roman.

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  7. Ich stimme zu 100% zu! In Panem herrscht allein schon eine ganz andere Athmosphäre als bei Battle Royale. Ersteres hat einen tollen Fantasycharakter der sich aus den Distrikten und dem bizarr- kreativ gestalteten Kapitol ergibt. Ich sehe Panem als den eindeutigen Sieger der 2. Werke. Battle Royale- in meinen Augen; zu Grotesk. Des Weiteren sind Panems Charaktere viel besser staffiert und sympathischer.

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  8. Guten Tag ertsmal.
    Obwohl der Beitrag schon älter ist muss ich dass hier einfach loswerden: Es ist mir absolut unbegreiflich wie du eine dermaßen einseitige Kritik schreiben kannst: wenn du beide Bücher ausführlich gelesen hättest, so würdest du erkennen wie absolut unlogisch deine Argumentation ist.
    Zunächst schreibst du: "Das Problem hierbei ist, dass man sich - anders als in Panem - im Reich Ostasien wohl kaum einreden kann, dass es die eigenen Kinder schon nicht erwischen wird." Du vernachlässigst die Mathematische verhältnismäßigkeit: in panem leben (Kapitol nicht eingerechnet) Höchstens 600.000 Personen im Passenden Alter, während Großostasien (japan UND china)1.3 MILLIARDEN Einwohner hat und somit der Anteil der "Wehrpflichtigen" (ca. 30 mio.) bei BR natürlich auch höher ist.
    Als nächstes behauptest du in der Realität würde es zum Aufstand Kommen, offensichtlich hast du 2 Textstellen die erklären warum das nicht Passiert nicht begriffen: 1. Dient das "Programm" gerade der Unterdrückung eines Aufstandes (siehe Seite 605), was mir als erklärung eines Nicht-Aufstandes viel Mehr einleuchtet als die Tatsache, dass einfach 75 Jahre lang eine zu große Angst vor der Regierung besteht, zum anderen heißt es in BR : "Klar, die Schüler und ihre Familien haben halt Pech, aber die sind Ja nur eine Minderheit" was zeigt das es Sich gut ohne Aufstand leben lässt.
    Zu den Charakteren:
    Du sagst Panems Charaktere sind lebendiger, was ich nicht bestätigen kann. Ein hungerndes Kind in Afrika, oder ein armer Wilderer in Korea könnte Vieleicht Katniss Leid begreifen, ich als Europäer kann nicht soviel Empathie Aufbringen. Zudem handelt Battle Royale vom Leidensweg aller während sich Panem bloß darauf konzentriert die Hauptpersonen durchzubringen. "Er zeichnet die Antagonisten als das absolut Böse" wie kannst dass veralgemeinern: Die Antagonisten handeln nicht böse sondern sind (als Schüler, Kiriyama mal Ausgenommen)nur auf das übeleben Bedacht. Sie werden (im Gegensatz zu den Karrieros) Unfreiwillig ind die Spiele gebracht, und handeln wie die Natur (oder eher ihr Schiksal)sie Geschaffen hat. zum Thema Drogenhändler: Auch unter meinen Schulkameraden befinden sich welche die mit Gras dealen, und da erstens die Sexualvorstellungen Japans traditionell etwas Laxer als unsere sind, so ist besonders in einem Extremen Staat die Prostitution Nachvollziebar.
    Durchaus Recht hast du bei der Überzeichnung der Charaktere, aber diese ist Notwendig: wie kann man erwarten das einer der dem Tod gegenübersteht nicht zur Überreaktion neigt (was im Buch mehrmals auch gesagt wird).
    Das der im Sterben liegen noch etwas (melodramatisches) sagen MUSS ist für Dramaturgie unnerlässlich, Bei panem werden Finnick und Prim getötet OHNE gelegenheit Hierzu und das macht ihren Tod kotzlangweilig. Und Natürlich endet BR wie Panem: ein Junge ein Mädchen überleben, beide Gleichalt beide sind Nun Staatsfeinde. Das sie nicht bleiben ist gut denn es Erspart uns eine Fortsetzung welche das Gänsehautfeeling des ersten Teils Zerstört.
    Als Fazit: BR hat bei, mir ständig eine süße Melancholie ausgelöst, da ich es schaffen konnte über die vielen DruckFehler hinwegzusehen. Panem hat nur eine Epische stelle und die ist der hervoragend gelungene Epilog in band 3, welcher mich als einziges an der Triliogie tief gerührt hat.

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    1. Hallo,

      so ein ausführlicher Kommentar verdient eine ebenso durchdache Antwort. Danke dafür!

      Zur Sache mit der mathematischen Wahrscheinlichkeit: Point taken. Hab das noch einmal nachgeschlagen, in dem Punkt hast du recht.

      Dass das Battle-Royale-Programm etwaige Aufstände unerdrücken soll ändert meiner Meinung nach nichts daran, dass es in meinen augen ein völlig untaugliches Mittel ist. Die Regierung geht ja im Prinzip wie folgt gegen ihr Volk vor: "Wir wollen nicht, dass es einen Aufstand gibt, deshalb hetzen wir eure Kinder in einem tödlichen Kampf aufeinander, auch wenn ihr gar nichs getan habt!" Wo ist denn da die Logik? Im übrigen denke ich auch nicht, dass sich der Großteil der Bevölkerung "Pech gehabt!" denken würde, das sind nämlich auch alle irgendjemandes Sohn oder Tochter, bzw. Vater oder Mutter.
      Dass sich Panem stark auf die Hauptpersonen konzentriert, mache ich dem Buch nicht zum Vorwurf. Erstens wären so viele Charaktere wie in BR für ein Jugendbuch ein wenig viel und zweitens finde ich es besser, wenn man sich auf weniger Leuten konzentriert beim Schreiben und das dafür richtig macht, anstatt 100 leute nur oberflächlich zu zeigen (womit icht nicht gesagt haben will, dass Battle Royal das macht).
      Mit Antagonisten habe ich eigentlich nicht die Schüler, sondern die für das BR-Programm Verantwortlichen gemeint. Dass es bei denen nur ums Überleben geht, ist klar.
      Dass du als Europäer nicht so viel Empathie für Katniss aufbringen kannst, weil du keinen Hunger leidest und nicht arm bist, kaufe ich dir im übrigen nicht ab. Du lebst ja auch nicht in einem großasiatischen Reich, das ganze Schulklassen ausrottet, weil es so Bürgerkriege verhindern will, oder? Und das nebenbei auch noch knallharte Zensur betreibt und die Menschenrechte mit Füßen tritt. Trotzdem erzählst du, dass BR bei dir eine "süße Melancholie" auslöst. Es sei dir gegönnt, aber ist BR nicht mindestens genauso weit weg von deiner Realität wie Panem?
      Dass es manche Schüler gibt, die wie bei dir z. B. mit Gras dealen, ist klar. Aber bei Battle Royale könnte man beinahe glauben, dass zumindest zwei Drittel der Klasse aus Dealern und Nutten besteht. Das war in meinen Augen dann doch zu unrealistisch, der angeblich laxere Umgang der Japaner mit solchen Themen in allen Ehren.
      Ja, Menschen neigen im Angesicht des Todes oft zur Überreaktion. Das habe ich mit Übereichnung nicht gemeint. Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass viele in ihren charakterlichen Grundzügen bis ins Unrealisische hinein überzogen wurden. Siehe die zwei Drittel Dealer und Nutten.
      Was die melodramatischen "Abschlussreden" angeht: Denkst du, diese würde es in einer solchen Situation tatsächlich (so oft) geben? Ich nicht. Im Krieg ist es nun einmal so, dass nicht jeder noch etwas sagen kann, bevor er stirbt. Kotzlangweilig fand ich die Tode von Prim und Finnick nicht. Sie zeigen in meinen Augen, dass in einem Krieg gute Menschen eben leider auch sehr sinnlos sterben.
      Was die angeblich nicht vorhandene Fortsetzung zu BR angeht: Hast du schon einmal die (Film-)Fortsetzung Battle Royale 2 gesehen? Wenn nein, dann bleib dabei. Der vernichtet mal so eben alles, was im ersten Teil gut war (und das waren schon einige Dinge, das wollte ich gar nicht absttreiten) und verärgert am laufenden Band mit blöden Ideen im Dutzendpack. Den werd ich hier bei Gelegenheit auch einmal zerlegen. ;-)

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    2. Zuerst zu deinem letzten punkt: Ich habe beide Filme gesehen (den 2 sogar zuerst) und das buch gelesen. Ich stimme der unsinnigkeit vom 2. film zu, welcher in keinster weise mit dem buch synergiert, jedoch berufe ich mich auf das Buch, da der Autor wenig mit Film 1 (und garnicht erst 2) zutun hatte. Natürlich bin ich mir auch im Klaren das die Handlung sowohl bei BR als auch in Panem unrealistisch ist, jedoch sind dies Romane und keine sachtexte. Das einzig sachliche was ohne Unrealistik untahaltsam ist ist Geschichte, und wichtig ist das eine Kleine Wahrscheinlichkeit besteht das es sich so zutragen könnte, rein wissenschlaftlich wäre BR in der Heutigen Welt genauso denkbar wie Panem, aber ich persönlich kann mir eine Höher entwickelte Zivilisation als unsere (Panem) nur schwer nach einer dermaßen Eingehenden Katastrophe (welche (wahrscheinlich) die Restliche Menschheit auslöschte) vorstellen.
      Um Noch einmal auf das Thema Aufstände zurückzukommen: die Realität hat gezeigt, das eine Diktatur lange Funktionieren kann: das dritte Reich hatte in 12 Jahren Exessiver Diktatur nicht einen Aufstand, und Korea und China (in Beiden Staaten werden Jährlich 10000 Menschen hingerichtet) existieren immer noch. (Fairer weise: die DDR hatte nach vier Jahren den Ersten Aufstand, doch der kam nur durch die Berichte eines Radiosenders zustande). Um es mit einem Zitat aus BR noch einmal hervorzuheben: "Wenn man ihnen Erst einmal weisgemacht hat das etwas eine edle sache ist, können sie sich einreden das sie gutes tun, auch wenn sie jemanden verpfeifen".
      Ansonsten Kann ich deinen Standpunkt nachvollziehen, und bedanke mich für deine Ausführliche antwort.

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    3. Natürlich gibt es Diktaturen, die sich lange halten, da hast du schon recht. Andererseits werden diese auch immer wieder gestürzt.

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  9. Na dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu. Ich habe ebenfalls die Bücher und die Filme gesehen.
    Ich finde das beide Romane in gewisser Weise vergleichbar sind, jedoch haben beide Ihre Stärken und Schwächen.
    Ich stimme ebenfalls überein, das die Situation in der die Darsteller kommen, ebenfalls fiktiv ist und sich daher die Grundsituation für einen Autor nur schwer schaffen lässt. Letzendlich müssen/wollen die Autoren beschreiben, wie sich Menschen in Notsituationen verändern. Eine Situation, wo Menschen gezwungen werden sich umzubringen ist im Grunde nicht denkbar (Höchstens in dem Film " The Tournament", hier fehlt aber durch die Freiwilligkeit, die interessanten sozialen Aspekte)
    Ich möchte jetzt allerdings nicht die Logik bewerten.
    Was bei Battle Royal herüber kommt und es so interessant macht, ist das er mit Absicht einen gesellschaftlichen Durchschnitt am "Spiel" hat teilnehmen lassen. Das wäre in einem normalem Leben sicher nicht der Fall, macht das ganze Buch aber sehr interessant. Das spannenste ist nun wie sich die verschiedenen Charaktere entwickeln. Das macht es aus meiner Sicht sozialkritisch und psychologisch interessant. Sicher hat sich der Autor mit seinen nur etwas mehr als 600 Seiten etwas übernommen und konnte daher nicht alle Charaktere und deren Vorleben beschreiben, ich finde es trotzdem gut. Tribute von Panem fand ich aber genauso gut und stimme den den positiven Elementen von Udo zu.
    Wer sich weniger mit dem sozialkritischem Aspekt auseiander setzen will, sondern nur Aktion haben möchte dem sei der
    Film "The Tournament" ans Herz gelegt. Wie oben beschrieben nicht vergleichbar aber das selbe 10 kleine "Jägermeister" - Prinzip.

    Ursprünglich sollte Battle Royal von Hollywood neu verfilmt werden, ist aber auf Eis gelegt worden (wegen Tribute von Panem)
    Ich hoffe das es Hollywood eines Tages gelingt eine interessante Neuverfilmung zu kreieren, die alle positiven Aspekte mit aufnimmt, aber die Situation in der die Darsteller vorhanden sind glaubhafter und logischer darzustellen.

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  10. Ich wollte nur mal kurz fragen: Bezieht sich der Text auf das Novel oder auf den Manga von Battel Royal?

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    1. Auf den Roman. Den Manga kenne ich nicht.

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  11. Es würde sich aber sicher lohnen beide zu lesen oder?
    also Tribute von Panem hab ich schon alle gelesen
    überlege ob ich mir Battle Royale auch kaufe...

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    1. Wenn dir die oben genannten Punkte nichts ausmachen, kannst du ruhig einen Blick riskieren.

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